Mittwoch, 16. Juni 2010

Markerschütterndes aus Brandenburg

Hoch schlagen die Wogen im beschaulichen Land zwischen Spreewaldgurken, Oder-Neiße-Überschwemmungsgebieten und Kanzlerinheimatdorf!
Das Medienmagazin ZAPP berichtet von betrügerischen Gewinnspielen beim Brandenburger Privatfunk "BB Radio".
Alle Videodokumentationen dazu wurden auf youtube mittlerweile entfernt. BB-Radio versucht, auf rechtlichem Wege die Geschichte aus der Öffentlichkeit zu verbannen.
Was war los?
Im NDR-Medienmagazin "Zapp" wurde über Betrug bei On-Air-Gewinnspielen des Brandenburger Privatradios "BB-Radio" berichtet. Man beruft sich auf einen ehemaligen Mitarbeiter, der behauptet, die ausgelobten Gewinne seien zumindest zeitweise gar nicht vorhanden gewesen und Mitarbeiter dazu aufgerufen worden, "Gewinner" am Telefon zu faken. Träfe diese Behauptung zu, wäre das groß ausgelobte und beworbene Gewinnspiel, das unter einer kostenpflichtigen Telefonnummer erreichbar ist, glatter Betrug. Klar, dass BB-Radio diese Anschuldigung nicht auf sich sitzen lässt. Man hat dem NDR nun untersagt, weiterhin zu behaupten, BB-Radio fälsche Gewinnspiele. Das ganze sei ein Rachefeldzug eines ehemaligen Mitarbeiters. Bis eine Stellungnahme von BB-Radio zu der Geschichte eintrifft, hier mal der Inhalt der Mail, der mich in der Sache heute erreichte:


BB-Radio schreibt dazu:
wir haben festgestellt, dass Sie auf Ihrer Website über den Beitrag
des NDR vom 9. Juni 2010 "NDR Medienmagazin "ZAPP": BB RADIO täuscht
Hörer bei Gewinnspielen" berichten.

Unter folgendem Link finden Sie den Beitrag:
http://dxtagebuch.twoday.net/stories/bb-radio-zockt-hoerer-ab/

In diesem Beitrag geht es darum, dass bei BB RADIO Gewinnspiele
gefälscht würden.

Die von "ZAPP" erhobenen Vorwürfe sind falsch und grob
geschäftsschädigend. Bei BB RADIO werden weder Gewinne, noch
Gewinnanrufe gefaked. Ausgelobte Preise existieren immer und auch in
ausreichender Anzahl. Der "Informant" von "ZAPP" ist offenbar ein
Ex-Mitarbeiter, der unserem Unternehmen schaden möchte. "ZAPP" kann
sich in seiner Berichterstattung auf keine einzige glaubwürdige Quelle
stützen.

Die Berichterstattung entbehrt deshalb - insbesondere was die Vorwürfe
zu angeblichen Täuschungen bei Gewinnspielen betrifft - jeder
Tatsachengrundlage.

Das Landgericht Hamburg hat dem NDR auf unseren Antrag hin mit
einstweiliger Verfügung vom 28. Juni 2010 verboten, die im
beschwerdegegenständlichen Beitrag enthaltenen Behauptungen zu
angeblichen Gewinnspiel-Manipulationen bei BB RADIO weiter
aufzustellen und / oder zu verbreiten. Wir legen den Beschluss diesem
Schreiben als Anlage bei.
Der Beitrag verletzt das Unternehmenspersönlichkeitsrecht der BB RADIO
Länderwelle Berlin/Brandenburg GmbH & Co. KG in besonders
schwerwiegender Weise -- die Behauptungen sind darüber hinaus
ehrverletzend für alle Mitarbeiter, die Verantwortung für die
Programmgestaltung tragen.


Mit der Weiterverbreitung der geschäftsschädigenden und ehrenrührigen
Falschbehauptungen machen Sie sich selbst zum Mittäter des NDR. Wenn
Sie die Behauptungen nicht unverzüglich, spätestens bis zum 06. Juli
2010, 12:00 Uhr von Ihrer Website entfernen, werden wir alle zur
Verfügung stehenden rechtlichen Schritte gegen Sie einleiten.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.


Das Video ist mittlerweile bei YouTube gelöscht worden. Sehr schade ist, dass man sich bei BB-Radio (einem Radiosender, wo normalerweise Journalisten arbeiten) anscheinend nicht anders zu helfen weiss als durch Klagefeldzüge. Diese werden mich natürlich nicht zum Einknicken bewegen, da ich, selbst freier Journalist und Radiomacher, mich stets der freien Meinungsäusserung der Wahrheitsfindung verpflichtet sehe. Somit sehe ich keinen Anlass, die wenigen, mittlerweile angepassten, Zeilen zum Thema hier zu löschen, zumal ich mich niemals einseitig auf Seiten des NDR geschlagen habe, sondern lediglich auf den brisanten Fall aufmerksam gemacht habe. Das werde ich auch weiterhin, nicht nur in diesem speziellen Fall, auf allen mir zur Verfügung stehenden Kanälen tun. Der Leser soll sich selbst sein Bild davon machen, daher veröffentliche ich hier diese Mail, bis eine offizielle Gegendarstellung von BB-Radio eintrifft.


Da sich in letzter Zeit Schummeleien bei Radiosendern häufen, hat die Bundeszentrale für politische Bildung einen Radiokodex veröffentlicht. Einen solchen Standard gab es bisher nicht.
Generell scheint die Tatsache "Schummeleien und Betrügereien in Radioprogrammen" aber nichts neues zu sein. Nicht nur bei Gewinnspielen, sondern auch bei ganz profanen Dingen wird gerne mal gemogelt. Da werden Temperaturmeßwerte im Internet abgelesen und dann, so Aussage eines ehemaligen NRW-Lokalradio-Chefredakteuers, "interpoliert" oder gleich Temperraturmeßstationen erfunden, damit Ortsnamen der Region im Programm auftauchen. Da werden auch mal Verkehrsmeldungen aufgezeichnet, damit man während der unbesetzten Nacht weiterhin den "schnellsten Verkehrs- und Blitzdienst" anbieten kann. Praktikanten dürfen schon mal (vielleicht gar nicht vorhandene) Blitzer melden. Da werden Interviews oder Gespräche mit Hörern am Telefon aufgezeichnet, geschnitten und dann als live verkauft, selbst Reportagen wurden schon auf diese Art und Weise gefaked. Ist Radio im Jahr 2010 nur noch eine große Show, in der alles Lug und Trug ist? Kann man sich als seriöser Journalist gegen diese zweifelhaften Praktiken zur Wehr setzen? Ich meine: Ja!
Bewusste Journalisten haben sich aber schon vor längerer Zeit zusammengeschlossen und einen ähnlichen Kodex forumliert, den "Tutzinger Apell"
Seriösen Rundfunkjournalisten kann ich empfehlen, diesen zu unterzeichnen und damit der Branche, aber auch dem Nutzer klarzumachen, dass einem selbst an einem "glaubwürdigen und redlichen Programm" (Zitat Hermann Fünfgeld, letzter Intendant des SDR) gelegen ist und dass die Hörerinnen und Hörer sich darauf verlassen können, keine Fakten vorgetäuscht zu bekommen, es sei denn, ein Beitrag ist offenkundig als Satire oder Fiktion erkennbar.

In der Sache "BB-Radio" liest man bei Fair-Radio folgendes:
http://www.fair-radio.net/Artikel/363/

Montag, 22. März 2010

Nostalgie breitet sich in Limburg aus

nostalgie
Fast überall in Vlaanderen hat sich Nostalgie in letzter Zeit ausgebreitet. Lange Jahre wurde der flämische Ableger der bekannten französischen Station nur über einige Kleinfrequenzen, z.B. in Antwerpen ausgestrahlt. Nachdem die provinzweiten Programme wie Antwerpen 1 und Contact Vlaams-Brabant schon wenige Jahre nach Sendestart in finanziellen Schwierigkeiten waren, schlossen sich diese zusammen. Dabei fiel die Wahl auf das Programm von Nostalgie und der zweite große Vlaandern-weite Sender "4FM" (der sich mittlerweile in Joe FM umbenannte) wurde direkt angegriffen mit einem ähnlichen Format. Allein in Limburg war Nostalgie bislang nicht zu hören, da sich das dortige "FM Limburg" dem Network "Hit FM" anschloss. Die Frequenzen wurden nun munter hin- und herverteilt zwischen Hit FM, Cool FM und später Be One. Erst kürzlich benannte sich Be One in ExQi FM um. exqiJetzt verkaufte dieses Network seine Frequenzkette an Nostalgie, das damit jetzt (sowohl in der Wallonie als auch in Vlaanderen) ganz Belgien mit seinen Oldieprogrammen versorgen kann. ExQi FM sendet in Limburg jetzt nur noch über zwei kleine Frequenzen in Genk (105.4) und Hasselt (106.1). Belgien ist immer wieder für ein paar Frequenzrochaden gut...mittlerweile hat Flandern in dieser Beziehung die Wallonie überholt.

Dienstag, 9. März 2010

Senderstandorte rund um Verviers abklappern

Auch immer wieder ein lustiger Zeitvertreib: Senderstandorte in der Wallachei...pardon, Wallonie abklappern. Nach längerer Zeit hatte sich mal wieder was getan und einige Standorte rund um Verviers und Spa waren unklar. Da musste ich doch an diesem schönen Spätwintertag ausrücken, bewaffnet mit dem Fotoapparat.
Erster Check, der Standort des Sender- und Antennenbauers B-Beam in Andrimont bei Verviers, in der Rue du Progres in einem von Hässlichkeit strotzdenden Gewerbegebiet auf einer Hochfläche mit immerhin schöner Aussicht.

RIMG0888
RIMG0889
Hier hat sich nix verändert, 4 Dipole und zwei Log-Per-Antennen erscheinen schon etwas überdimensoniert für nur eine Frequenz, die von dort abgestrahlt wird:
92.3 Nostalgie 1kW
früher wurde von dort neben Nostalgie (damals auf 106.0) auch City FM auf 87.6 gesendet.
RIMG0891

Weiter nach Lambermont, einem "klassischen" Sportplatzlampenstandort nordwestlich von Verviers, genau da:

Alles beim Alten dort: RIMG0893
RIMG0894
Von dort werden aktuelle keine UKW-Programme abgestrahlt. Die auf gerade mal 15-20m Höhe angebrachten Dipole waren früher im Einsatz, u.a. für Funradio (105.7/106.8), Net FM (93.6) und Maximum FM (90.9)

Von Lambermont ist es nur ein Katzensprung nach Cornesse, noch so ein kleiner Vorort auf einem Höhenzug.

Belgische Sportplätze sind immer HF-verdächtig, und siehe einer da:
RIMG0896
Sieht schon Chef-mässig aus mit den vier Dipolen. Und sogar ein eigener Gittermast, das kann sich doch nur der Delphin leisten...
Und das Ding hat noch einen kleinen Bruder:
RIMG0898
Hier haben wir ihn doch wieder, den mit zwei Dipolen geschmückten Flutlichtmasten.
Vom grossen Masten wird R. Contact (101.6MHz) mit 1kW abgestrahlt, der kleine Bruder kriegt hoffentlich Hartz IV (oder wie das in Belgien heisst), denn der ist arbeitslos. Früher brachte dieser die 107.6MHz mit Contact 2 und später Mint in die Lüfte des Wesertals.

Jetzt ein Schwenk über die Weser auf die Südseite von Verviers (das Navigationssystem lotste mich unglaublich umständlich dorthin, über 20% steile Feld(?)wege, durch die gerade ein Auto durchpasst.)
Unweit der Autobahn nach Trier findet sich dieser Tennis-Platz:

Das HF-technisch geschulte Google-Maps-Auge erkennt hier schon den Gittermasten.
Und so sieht er in voller Pracht aus:
RIMG0901
Zwei Dipole sind zu erkennen, und diese versenden:
105.7 MHz Fun Radio 0,3kW
107.6 MHz Twizzz Radio (gaaanz neu) 0,1kW
früher kam von hier Radio NRJ auf 102.5 und 106.5 MHz.

Als ich so umherbrause, traue ich ja meinen Ohren nicht, die Frequenzen 107.9 MHz (mit Twizzz) und 107.2 MHz (mit Maximum FM) sind wieder in Betrieb. Es stellt sich bald heraus, dass sie aus dem Raum Theux/Spa kommen müssen. Nach etwas Sucherei im Gelände finde ich dieses lustige Häuslein bei La Reid:
RIMG0907
Doch gebündelte HF-Energie im UKW-Bereich stelle ich hier nicht fest. Ein Blick durchs Fenster des Etablissements:
RIMG0906
Könnte eine Telefonvermittlungsstelle oder etwas artverwandtes sein.
Doch ein paar hundert Meter durch den Wald taucht quasi aus dem Nichts wieder ein Sportgelände auf:

Als erstes sticht mir ein Gittermast ins Auge, ähnlich dem am zuletzt besuchten Standort bei Verviers:
RIMG0909
Doch ich sehe nur Mobilfunkantennen...kein UKW-Dipol. Also wende ich meinen Blick hoffnungsvoll in Richtung Spochtplatz:
RIMG0929
Hupps, das schaut aber eher nach der Empfangsantenne für den Clubraumfernseher aus...gewagt belgische Konstruktion. Daumen hoch! Aber was ist das?
RIMG0913
Ein Lampenständer mit Wäscheleinen...und Dipolen! Dieses Meisterwerk wallonischer Installationskunst muss ich doch gleich mal näher unter die Lupe nehmen. Am Sportplatz herrscht Jugendübungsbetrieb, der Zugang ist frei: RIMG0915
Riecht nach Ballempfang. Jetzt sollte man den Zünder dabei haben... RIMG0917 Ein Hoch den Kabelbindern!
RIMG0918 Was bei Pamela Anderson half, hilft auch am Sender: Ja nicht mit dem Silikon sparen!!
RIMG0919 Man zeigt Flagge

Doch es gibt am anderen Ende des Rasens (freilich) noch einen Masten:
RIMG0924
Standardbestückung
RIMG0925
Auch hier wieder Ball-Empfang (was hier vielleicht ab und an wörtlich zu nehmen ist) RIMG0926
Hier hat man die Kabel etwas ordentlicher verlegt, von der Antenne ins RIMG0928 ...Klohäusle???
Von diesem Standort kommen:
107.2 MHz Maximum FM 0,1kW
107.9 MHz Twizzz Radio 0,1kW

So, das war die kleine Rundfahrt bei Temperaturen zwischen +3° im Wesertal um Verviers und -1° auf der Hochfläche bei La Reid. Dort lagen tlw. noch bis zu 10cm Schnee.

Sonntag, 28. Februar 2010

1. März: Radio Decibel startet in Limburg

Ein neuer Sender für die Region Maastricht ist on air! Nachdem es bereits einige Wochen Testsendungen gab, fällt Montag, 1. März der Startschuss für das reguläre Programm auf 106.0 MHz. Auf dieser Frequenz, auf der zuletzt die Amateursendungen von Radio Vrij Limburg zu hören waren, klingen nun Disco- und Clubsounds durch den Äther, in stereo und in einwandfreier Klangqualität. Auch ein RDS-Signal ist nun aufgeschaltet worden.
Decibel-Limburg-2
Glaubt man den Ankündigungen auf der homepage http://www.radiodecibel.nl, so wollen die Radiomacher richtig durchstarten. Zunächst wird wohl das Programm aus Amsterdam übernommen, im Laufe des Jahres sollen dann aber Studios in Maastricht gebaut werden. Bekannte Limburger DJs sollen dann auf Radio Decibel zu hören sein, verspricht Senderchef Bas Emons. Bei Radio Decibel handelt es sich um ein Programm mit langer Tradition. In den 70er-Jahren begannen bei dem damaligen Piratensender in Amsterdam mittlerweile berühmte DJs wie Jeroen van Inkel oder Adam Curry ihre Karriere.
Dies ist nun auch als Versuch Emons' zu werten, sein "Original Decibel" wieder on air zu bringen. Vor gut zwei Jahren erst ging Radio Decibel im Raum Amsterdam auf Sendung, der dortige Eigentümer und Emons waren sich aber nicht einig über die Programmausrichtung. Letztendlich gibt es nun zweimal Radio Decibel. Einmal das Original von Bas Emons unter obiger Internetadresse sowie jetzt neu auf 106.0 MHz im Süd-Limburg und das Programm aus Noord-Holland unter http://www.radio-decibel.fm, das dort auf einer regionalen UKW-Senderkette zu hören ist, die von "City FM" übernommen wurde.

TWIZZ: Neues Programm in der Wallonie on air

Am Donnerstag, den 25.2. war es soweit: Endlich ging auch das letzte "landesweit" lizenzierte Programm in der Wallonie on air. Aus "Ciel info" wurde überraschenderweise TWIZZ. Eine Mischung aus Nachrichten und Popmusik soll das neue Programm bringen.
TWIZZradio
Eigentümer ist die belgische Zeitungsgruppe IPM, zum Programmchef wurde Jean-Lou Bertin berufen, der früher das Programm Mint leitete. Das lässt vielleicht doch hoffen bezüglich der Musikauswahl. In Sachen Nachrichten können die Synergieeffekte des Eigentümers genutzt werden. In der Aachener Region ist das Programm aber kaum zu empfangen, da auf der Lütticher Frequenz 103.2 MHz wohl das Sendesignal Richtung Deutschland stark ausgeblendet wird. Von den anderen genannten Frequenzen (u.a. Verviers 107.6) konnte ich hier in Kerkrade bislang keine empfangen.
Wer reinhören will, kann es aber über die homepage in einer ganz ordentlichen Qualität tun:
http://www.twizz.be/

Dienstag, 16. Februar 2010

Aus für Radio Aachen

Lange wurde darüber gemunkelt, und es gab viele Gerüchte über eine Fusion mit Antenne AC, doch nun kam es wie eine kalte Dusche, vor allem für die Mitarbeiter. Ausgerechnet zum Karneval, am Freitag, dem 12. Februar, wurde den Mitarbeitern gekündigt und Ende des Monats war dann bereits Schluss mit dem lokalen Sendebetrieb.
aachen-danke
Offiziell sollte das Ende von Radio Aachen erst Aschermittwoch verkündet werden, doch bei radioszene.de sickerte es schon direkt auf die interne Verkündung hin durch. Zunächst ist auf der Frequenz 100.1 MHz nur noch das Rahmenprogramm aus Oberhausen von Radio NRW zu hören.
Hinter den Kulissen muss nun alles neu eingefädelt werden. Es muss eine neue Veranstaltergemeinschaft gegründet werden, somit wird es frühestens in zwei bis drei Monaten ein neues Programm geben für die gesamte Städteregion Aachen. Darin wird dann auch das erst wieder unter den NRW-Mantel geschlüpfte Antenne AC aufgehen. Wo die Studios sitzen werden, auf welchen Frequenzen gesendet wird, mit welchem Team und unter welcher Leitung, nichts davon steht momentan fest.
Radio Aachen war bereits zweimal insolvent, konnte dann aber mit einer jeweils neuen Betriebsgesellschaft gerettet werden. Diesmal allerdings ist das Aus für den Aachener Stadtsender endgültig gekommen. Da es seit letztem Herbst an Stelle von Stadt und Kreis nur noch eine "Städteregion Aachen" gibt, scheint der Schritt, der kommunalen Gebietsreform folgend nun auch die Sendegebietsgrenzen des Lokalsenders entsprechend anzupassen, konsequent.
Künftig dann also nur noch ein lokales Programm für den Raum Aachen, vermutlich mit etwa acht Stunden Lokalanteil.



Hier ein Interview mit (Ex-)Programmchef Olaf Theissen, aus der Hochschulradio-Aachen-Sendung "Der Morgen danach" von Freitag, dem 26.2., direkt nach der letzten Sendung von Radio Aachen:
http://www.hochschulradio-aachen.de/system/files/Interview-OlafTheissen.mp3

Bilder aus dem Studio und die letzten Worte on air findet Ihr hier:
http://www.radioszene.de/?p=8484

Samstag, 19. Dezember 2009

Ab 11.01.2010: Antenne AC trägt wieder Mantel

Ob es wohl an den derzeit frostigen Temperaturen liegt? Antenne AC, der derzeit einzige Lokalsender NRWs mit einem eigenen 24h-Stunden-Programm, wird zum 11. Januar nächsten Jahres doch wieder, nach gut zehn Jahren Abstinenz, ins Oberhausner Radio NRW-Mäntelchen schlüpfen.
antenne-ac
1999, als Dornier die beiden Aachener Lokalradios "100,eins" und "Antenne AC" übernahm, war die Euregio ein weisser Fleck auf der Landkarte des grossen Rahmenprogrammanbieters. In Aachen bzw. in Würselen wurden zwei eigene Vollprogramme gestaltet, "100,eins - die Hitgarantie" für die jüngeren Zuhörer, und "107.8 Antenne AC" für die Zielgruppe ab 40. Doch auch Dornier war nicht viel Glück gegönnt. Nach der ersten Insolvenz wurde der Aachener Stadtsender (100,1) von örtlichen Unternehmern gekauft, während Antenne AC von 100,5 - das Hitradio bzw. Radio Salü übernommen wurde. Radio Aachen kehrte schon vor knapp drei Jahren wieder zum Mantelprogramm zurück.
radionrw
Der Hauptgrund für diesen Schritt dürften die Werbegroschen sein, die der Mantelanbieter aus den Erlösen seiner nationalen Werbung an seine Lokalschäfchen ausschüttet. Wieviele Stunden künftig am Flugplatz Merzbrück lokal gestaltet werden, ist noch nicht bekanntgegeben worden. Radio NRW startet am gleichen Tag ein neues Programmschema, dass den Lokalsendern flexiblere Lösungen ermöglichen soll. Die einzelnen Sendungsnamen sollen bspsw. wegfallen, der Name des Lokalsenders soll in den Mittelpunkt des On-Air-Designs rücken. Radio Aachen hatte erst heuer die Lokalsendezeit von 8 auf 6 Stunden redziert.
Wie es sich auf die Hörerzahlen auswirkt, dass künftig beide Lokalsender (der eine offiziell für die Stadt, der andere für den Kreis Aachen) dasselbe Format ausstrahlen werden, dürfte interessant werden. Radio Aachen trägt seit einigen Jahren die rote Laterne unter den NRW-Lokalsendern. Von einer Fusion der beiden Programme, wie sie schon in einschlägigen Foren diskutiert wurde, ist derzeit keine Rede mehr. Es ist momentan aber fraglich, ob es eigentlich noch zwei Lokalsender geben DARF. Denn mit dem Start der "Städteregion Aachen" hörte der Kreis Aachen formal auf, zu existieren. Allerdings gibt es nach wie vor die "Stadt Aachen" und jetzt muss wohl ausbaldovert werden, ob es sich immer noch um zwei unabhängige Gebietskörperschaften handelt.
Derweil wurden auch schon diverse neue Radioprojekte im benachbarten Ostbelgien angekündigt. Die Gerüchteküche brodelt gewaltig...
Man darf also gespannt sein, was sich so alles tut demnächst in der Radiolandschaft rund um Aachen.

Radio 700 goes Belgium - St. Vith 101.7 und ganz neu Elsenborn 90.1 (ab Montag)

radio700
Das Euskirchener Radioprojekt "Radio 700", das aus einem Veranstaltungsfunk zur 700-Jahr-Feier des Voreifelstädtchens hervorging, hat ja schon seit einiger Zeit durch ungewöhnliche hochfrequente Aktivitäten aufmerksam gemacht. Lizenziert von der baden-württembergischen Landesanstalt für Kommunikation (LfK) ergatterte man Frequenzen in einigen Kabelnetzen, dazu kam vor einiger Zeit eine Kurzwellenfrequenz (6005kHz), die von einem Sender bei Kall in der Eifel abgestrahlt wird. Zusätzlich betreibt man eine Grundtsücksfrequenz am Studiostandort sowie eine Zuspielfrequenz, ebenfalls in Kall, die sich knapp unterhalb des UKW-Bandes befindet und somit von manchen Radios noch hörbar gemacht werden kann. Mittlerweile strahlt man drei unterschiedliche Programme aus. Nun hat man den Sprung über die Grenze gewagt ins deutschsprachige Ostbelgien und ist nun zum ersten Mal dauerhaft über eine offiziell lizenzierte UKW-Frequenz zu hören. Dies gelang durch eine Kooperation mit dem traditionsreichen St. Vither Anbieter Radio OK (früher Radio Hermann). In den letzten Jahren strahlte dieser als Rahmenprogramm "Antenne West" aus. Dieser Anbieter von Sven Herzog aus Trier ging nun aber bankrott. Kurz vorher schaffte man in St. Vith noch den Absprung und arbeitet jetzt mit den engagierten Radioenthusiasten aus Euskirchen zusammen. "Schlager und Oldies" gibt es also mittlerweile auf der UKW-Frequenz 101.7MHz zu hören, im Raum St. Vith/Prüm/Nord-Luxemburg. Einige Stunden die Woche, vorwiegend abends, gestaltet man vor Ort in Belgien im "Citystudio St. Vith", der Rest kommt aus Euskirchen.
Die St. Vither haben sogar eine eigene Homepage:
citystudio

Und es geht munter weiter. Radio 700 pirscht sich vor: Als nächstes folgt die Frequenz 90.1 in Elsenborn. Diese wurde mittlerweile mit 1kW lizenziert. Früher sendete hier das legendäre "Radio International". Auf dieser Frequenz wird Radio 700 dann auch in Teilen Deutschlands (Eifel, Rheinland) zu empfangen sein. Aktuell läuft eine technische Versuchssendung auf dieser Frequenz. Sendestart soll am Montag sein! Ob Radio 700 auch irgendwann die brachliegende Kelmiser Frequenz 91.8 übernehmen und damit die Region Aachen/Eupen erobern will, ist noch unklar.

Flämisches Contact stellt seinen Betrieb ein

Das belgische Network Radio Contact ist nun im flämischen Markt nicht mehr präsent. Während der Sender mit dem blauen Delphin in der Wallonie enorme Hörerzahlen erreicht und ganz weit oben in der Gunst steht, konnte er auf dem kleinteiligeren flämischen Markt nie so richtig Fuß fassen. Nachdem grosse landesweite Programme auf starken Frequenzen in Betrieb gingen (Q-Music, 4FM etc.) sanken die Hörerzahlen für die kleinen Networks, allen voran Radio Contact, immer weiter. Letztendlich zog man die Notbremse und wagte mittels einer Umbenennung zu "Contact plus" einen Formatwechsel auf Oldies, Evergreens und Schlager. Doch auch dies war nicht vom gewünschten Erfolg gekrönt. Seit Anfang Dezember ist Contact nun Geschichte. Heimlich, still und leise stellte man den Sendebetrieb ein, nachdem es zuletzt schon keine Webseite mehr gab. Den Großteil der ehemaligen Contact-Frequenzen hat jetzt das Network CLUB FM übernommen.

clubfm

Montag, 9. November 2009

Kein AFN mehr in Erp/NL

Seit 1. November schweigt die UKW-Frequenz 91.6 in Erp/Volkel Airbase. Somit können die dort stationierten Soldaten nun AFN nicht mehr auf UKW empfangen. Die Sendegenehmigung für AFN wurde vom niederländischen Staat eingezogen und der Senderstandort wurde an eine private Firma übergeben. Die niederländische Telecom, welche von AFN angefragt wurde für einen Ersatzstandort, wollte den Amis auch nicht weiterhelfen...AFN bleibt aber dran und hofft, bald wieder on air gehen zu können.
Quelle: http://benelux.afneurope.net/Home/ArticleDisplayDD/tabid/655/aid/10308/Default.aspx

Einige Beobachtungen aus Lüttich und Umgebung

Der Lütticher Äther gibt keine Ruhe. Auch wenn die Verhältnisse nun vergleichsweise geordnet sind, tut sich doch immer wieder etwas.

103.2 MHz: Hier laufen seit einigen Wochen Tests. Zuerst wurde Nonstop-Popmusik ausgestrahlt, seit einigen Tagen sitzt ein Leeträger auf der Frequenz. Die RDS-Kennung lautet "TEST/CIEL/VBL". Die Frequenz ist Teil einer landesweiten UKW-Kette, die nach einigen Querelen dem Anbieter "Radio Ciel" bzw. "Ciel Info" zugeteilt wurde, der vor der Neulizenzierung u.a. in Lüttich auf 102.2 sendete.
Der Sendestart dürfte dann wohl bald erfolgen.

106.4 MHz: Statt dem ominösen Programm "Val Citi Net", über das wenig bekannt war, läuft hier nun ein Programm unter dem Namen "MIXT", mit gleichlautender RDS-Kennung. Ausgestrahlt wird ein recht wilder Mix aus Pop/Rock und Dancemusik.
mixtliege

Edit 28.2.2010: Mittlerweile nimmt das Programm Gestalt an und auch über die Betreiber ist mehr zu erfahren via http://www.mixt.be Gesendet wird offenbar aus dem Jugendhaus des Lütticher Vorortes Chaudfontaine. Die Sendeantennen stehen nach eigenen Angaben auf der Citadelle, womit ein Empfang in ganz Lüttich gewährleistet ist.

107.0 MHz: Auf der Herstaler Lokalfrequenz, auf der eine Zeit lang das Programm "RCH Basse-Meuse" zu empfangen war, stand gestern wiederum nur ein Leerträger ohne RDS.

Leistungsreduzierungen im Raum Eupen
Auch für Radio Contact scheint die Narrenfreiheit in der Wallonie vorbei zu sein. Hatte Radio Contact auf 104.9 bei seinem französischsprachigen Programm am weitreichenden Standort Henri-Chapelle schon vor einigen Monaten die Sendeleistung drastisch reduziert, folgte nun auch das deutschsprachige Pendant. Auch die 107.0 wurde nun deutlich gedämpft. Nach meinen Schätzungen könnte es auf 104.9 etwa mit den lizenzierten 100 Watt hinkommen, die 107.0 ist nur wenig stärker (vielleicht etwa 200-250 Watt). Vormals wurde auf beiden Frequenzen nach meiner Kenntnis mit etwa 5kW(!!) gesendet.
Das deutschsprachige Contact ist mit 1,5kW lizenziert, allerdings für den Standort Eupen, der etwa 150 Meter tiefer liegt.

Auch der BRF hat die Leistung reduziert. BRF 2 ist auf der Eupener Frequenz 98.4 (Standort Sportplatzflutlichtmast) im Raum Aachen fast gar nicht mehr zu empfangen. Nach meinen Beobachtungen ist das Signal nun etwa gleich stark wie das von BRF1 vom selben Standort, also dürften es etwa 20 Watt sein. Die lizenzierte Leistung auf 98.4 beträgt 1kW. Warum der BRF hier die Leistung reduzierte, ist mir nicht bekannt. Sparmassnahmen oder ein Defekt?

Die 105.9 aus Petergensfeld hat indes Probleme durch die Zuführung aufgrund des schwachen Signals vom Muttersender und liefert derzeit meist ein mehr oder weniger verrauschtes Signal, in mono und ohne RDS. Das soll sich wohl bald wieder ändern. Der BRF arbeitet an einer neuen Zuführung.
Edit 28.2.2010: Mittlerweile ist die Sache behoben und auf 105.9 ist ein einwandfreies Stereo-Signal mit RDS zu hören!

Lüttich: Maximum FM bald wieder on air

Im Lütticher Äther tut sich wieder etwas.
Nachdem auf der 103.2 bereits seit einigen Wochen Testsendungen für "Radio Ciel" laufen, dürften auch die Frequenzen von "Zone 80" bald wieder on air gehen.
maximum
"Zone 80" hatte bei der Ausschreibung vor zwei Jahren die UKW-Frequenzkette für das regionale Programm der Provinz Lüttich gewonnen. Doch schon bald kam "Zone 80" in finanzielle Schwierigkeiten. Bevor überhaupt die letzten Frequenzen der Kette (z.B. Welkenraedt 107.3) on air gingen, zog die Lizenzierungsbehörde CSA die Lizenz von Zone 80 wieder ein und das Programm war Geschichte. Die Frequenzen lagen nun anderthalbjahre lang brach, während sie neu ausgeschrieben wurden.
Nun geht die Lizenz an den damals unterlegenen Bewerber "Maximum FM", der in der anarchischen Zeit zwischen 2003 und 2007 ein Programm mit Dance- und Technomusik ausstrahlte. Nun ist allerdings von einem Mix aus populärer Musik und lokaler Information (in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Zeitungen) für die Altersgruppe der 25-45-jährigen die Rede. Das riecht eher nach AC-Format im Stil von Zone 80.

Quelle: http://www.radio.nl/portal/home/medianieuws/010.archief/2009/11/146732.html

Edit 28.2.2010: Mittlerweile ist Maximum FM zumindest auf der Lütticher Frequenz 100.9 on air. Das Programm unterscheidet sich in seiner musikalischen Ausrichtung kaum von den früher gewohnten Klängen: House und Dance, gemischt mit R&B, Pop und Rock. Die Homepage wie auch das Programm des Senders sind aber noch im Aufbau. http://www.maximum.fm

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Na, was hat dieses Gebäude mit Radio zu tun?

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